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An der Schleimündung hat das Meer eine natürliche und intakte Strandwall-Landschaft geschaffen, wie es sie nur noch selten gibt. Gleichzeitig ist die riesige Halbinsel ein Vogelschutzgebiet und auch aus diesem Grunde für die Allgemeinheit landseitig gesperrt und nur per Schiff zu erreichen. Das auf der Lotseninsel befindliche Gebäude wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut und wird heute von der „Lighthouse Foundation“ genutzt, die sich in besonderer Weise dem Naturschutz verbunden fühlen.
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Der Grundodrill 15 N bei der Pilot-
bohrung. Fotos: Tracto-Technik |
In solchen sensiblen Gebieten sind erfahrene Unternehmen gefragt, die besonders umweltschonend arbeiten. Das Horizontalspülbohrverfahren gehört dazu und war auch für die Verlegung des Kabelschutzrohres DN 100 auf insgesamt 228 m Länge vorgesehen. Den Auftrag dazu erhielt die Firma Paasch aus Damendorf, die für solche Aufgaben bekannt ist und einen ausgezeichneten Ruf genießt. Paasch beschäftigt circa 60 Mitarbeiter und ist mit vier Bohranlagen „unterirdisch gut“ aufgestellt. Die grabenlosen Verlegeprojekte sind unterschiedlich. Durch den Maschinenring Schleswig Holstein ist Paasch mit der Leitungsverlegung zwischen Biogasanlagen, Blockheizkraftwerken und Verbrauchern gut vernetzt. Martin Paasch: „Daneben haben wir in diesem Jahr aber auch mehr als 80 km Leerohre für Breitbandkabel und Erdkabel verlegt.“
Die Auflagen im Naturschutzgebiet sind besonders streng. Soweit möglich, konnten sie eingehalten werden. Ansonsten pflegt der Norddeutsche zu sagen: „Wat mutt, dat mutt.“ Der circa 3 km lange Weg zum Einsatzort ist schmal und unbefestigt. Um den Zugang des Versorgungs-Lkw zu sichern, mussten an sumpfigen Stellen Baggermatratzen ausgelegt werden. Der Weg durfte nur einmal zum Einrichten und Räumen der Baustelle genutzt werden. Der Pendelverkehr war nur auf dem Seeweg zulässig.
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Der Bohrkopf wurde mit
dem Bagger vom Meeres-
grund backbord hochge-
hievt. Im Hintergrund ist
der Seepegel zu sehen. |
Ein Problem stellte die Frischwasserversorgung für die Bohrspülung da; denn das reichlich vorhandene Meerwasser ist für die Bohrspülung, die mit Bentonit, einem unbedenklichen Naturprodukt angemischt wird, nicht geeignet. Der einzige Brunnen auf der Insel fördert aber nur 3 m3/h - viel zu wenig. Kurzerhand wurde deshalb ein 20 m3 fassender Zwischenspeicher aufgestellt, damit bei der Anmischung der Bohrspülung auch genügend Frischwasser zur Verfügung stand.
Die Entsorgung der verbrauchten Bohrspülung musste auf ein Minimum begrenzt werden und wurde mit einem Schlepper und anhängendem Vakuumwagen entsorgt.
Den erst seit wenigen Wochen im Einsatz befindlichen Grundodrill 15 N (Hersteller: Tracto-Technik) positionierte das Bohrteam in unmittelbarer Nähe des Schalthauses. Die Pilotbohrung unterquert die Strandmauer, den Strand und anschließend die Ostsee 4,50 m unter Wassersohle bei einem Wasserstand von 3,50 m. Zwischen dem Seepegel und einem Bagger auf dem Festland diente ein Seil als Führung, an dem sich das Messteam mit dem firmeneigenen Schlauchboot entlang zog, um nach jeder Bohrstangenlänge die Position des Bohrkopfes zu protokollieren.
Der Zeitpunkt der Bohrung war nicht zufällig gewählt. Martin Paasch hatte ablandigen Wind für einen ruhigeren Wellengang abgewartet. Die Pilotbohrung dauerte von 9 bis 13 Uhr. Das Ziel wurde punktgenau erreicht. Der auf dem Meeresgrund ausgetretene Bohrkopf verblieb bis anderntags in der Position.
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228 m Bohrung in die Ostsee zum
Seepegel. |
Ein aus Kiel angemietetes Arbeitsschiff mit einem Raupenbagger rückte am darauffolgenden Morgen um 8.30 Uhr aus dem Hafen von Maasholm an. Am Seepegel nahm es seine Position ein und wurde mit den beiden 23 m langen Ankerpfählen im Meeresboden stabilisiert. Das erfahrene Taucherteam an Bord machte sich sogleich an die Arbeit und befestigte ein Seil und eine Positionsboje an dem Bohrkopf, der anschließend mit dem Bagger backbord ans Tageslicht gehievt wurde. Der Bohrkopf konnte vom Bord aus dank der Spannstifte und Lösevorrichtung schnell vom Bohrgestänge getrennt und gegen einen 230er Backreamer ausgetauscht werden.
Das Bohrteam von Paasch hatte im Vorfeld ein weiteres Schiff angeheuert, um den auf der Halbinsel liegenden Rohrstrang über die Ostsee zum Arbeitsschiff zu transportieren.
Durch den starken Wind und Strömung, konnte dafür das firmeneigene Schlauchboot nicht eingesetzt werden. Auf Abruf kam das kleine Schiff aus Maasholm herbei und leistete wertvolle Beihilfe. Ein Bagger stand am Strand bereit und übergab den Rohrstrang. Der aus 3 x 100 m langen Ringbunden zusammengeschweißte Rohrstrang wurde auf See gezogen, auf dem Arbeitsschiff in Empfang genommen und mit dem Backreamer verbunden. Gegen Mittag konnte der Einzug beginnen. Ein Taucher kontrollierte zu Beginn unter Wasser den Einzugsvorgang, der nach fünf Stunden abgeschlossen war.
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