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-   Baupolitik und Wirtschaft
Maschinentaufe schafft Zusammengehörigkeitsgefühl
Großpösna (ABZ).- Gepard, Jaguar, Leopard, Luchs, Ozelot und Tiger – die Raubkatzen stehen für Cat Baumaschinen, die das Abbruchunternehmen Caruso Umweltservice aus Großpösna bei Leipzig einsetzt. Werden neue Geräte im Maschinenpark aufgenommen, dann werden in Anlehnung an eine Schiffstaufe die Bagger mit Sekt getauft. So auch diesmal, als Firmenchefin Dagmar Caruso den neuen Abbruchbagger Cat DEM 70 samt der zwei neuen Cat Kettenbagger 329DLN in Betrieb nahm. „Wenn meine Mitarbeiter zum Beispiel vom Cat 329DLN sprechen, sagen sie einfach nur ‚der Leopard’.
Zeppelin Cat Caruso
Für maximale Verfügbarkeit und Kostensicherheit wurde für alle Geräte ein Full-Service-Wartungsvertrag mit Zeppelin Leipzig abgeschlossen.                                 Foto: Zeppelin
 
Jeder in der Firma weiß sofort, welcher gemeint ist“, so die Unternehmerin. Die Tiernamen sind kein Gag - sie werden in Form eines Aufklebers gut sichtbar an der Tür der Baumaschine angebracht. Mitarbeiter identifizieren sich so im Handumdrehen mit ihren Arbeitsgeräten, nicht zuletzt, weil sie bei der Taufe dabei sind.

„Die Maschinentaufe schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Der Name der Raubkatze ist leichter zu merken als die Seriennummer der Maschine. Außerdem assoziiert man mit Raubkatzen Schnelligkeit. Sie sind angriffslustig und beißen sich in ihrem Opfer fest. Das sind Eigenschaften, welche auch die Abbruchbagger in abgewandelter Form aufweisen, wenn sie ein Gebäude kleinmachen“, so die Geschäftsführerin. Das lässt sich derzeit gut beobachten in Dresden. Dort ist der neue Cat DEM 70 zusammen mit einem der beiden neuen Cat 329DLN beim Abbruch der Sternhäuser im Einsatz. Der Name des Bauwerks erschließt sich aus der Draufsicht auf die Gebäude, die jeweils aus drei Flügeln sternförmig zusammengesetzt sind. Der Komplex, der im Zusammenhang mit der Großsiedlung Prohlis Ende der 1970-er Jahre errichtet wurde, bestand ursprünglich aus fünf zehngeschossigen Plattenbauten des Typs IW 67. Bereits 2005 wurde das östlichste der Sternhäuser wegen des in Dresden hohen Wohnungsleerstandes abgebrochen. 2008/2009 stand der Abbruch von zwei weiteren Sternhäusern an – an einem wirkte auch die Firma Caruso mit.

Nun geht es auch noch den beiden letzten Sternhäusern an den Kragen. Denn es finden sich immer weniger Mieter, die in den Plattenbauten wohnen wollen. Der hohe Leerstand in Ostdeutschland hat dem Unternehmen Caruso schon vielfach Aufträge beschert. Seit 1990 ist der Betrieb auf dem Markt und hat seitdem etliche Plattenbauten zurückgebaut, insbesondere weil die Einwohnerzahl in den Neuen Bundesländern seit der Wiedervereinigung kontinuierlich gesunken ist. Dem Statistischen Landesamt zufolge fiel sie in Sachsen seit 1990 um über eine halbe Million auf rund 4,1 Millionen Ende 2010. Laut dem Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften wurden seit der Wiedervereinigung bereits mehr als 87 000 Wohnungen abgebrochen. In Dresden waren es allein über 9 000 Wohnungen seit 1991.

Diesmal müssen die letzten beiden zehngeschossigen Sternhäuser „dran glauben“. Caruso Umweltservice übernimmt die Entkernung und Schadstoffdemontage sowie den kompletten Abbruch der Gebäude. Der Zeitplan für die Arbeiten ist straff – für die Ausführung bleiben drei Monate. Ende November waren die Gebäude aus Stahlbeton mit 110000 Kubikmetern umbautem Raum komplett zerlegt und verschwunden.

Seit Ende August dieses Jahres arbeiten nun die Caruso-Mitarbeiter mit dem neuen Cat DEM 70, der einen Cat Longfrontbagger 345C ersetzt. Entscheidender Vorteil am Cat DEM 70 ist das hydraulische Schnellwechselsystem der Auslegerausrüstung, bei dem nur noch die Hydraulikanschlüsse manuell gekuppelt werden müssen. Das spart Zeit und Geld. Bevor die Investitionsentscheidung für den neuen Cat DEM 70 fiel, überzeugte sich die Firmenchefin von der Baumaschine bei einem Baustelleneinsatz in München, wo der Bagger seit rund einem halben Jahr Abbrucharbeiten ausführt. „Dann war schnell klar, dass es ein neuer Cat DEM 70 werden würde – der Cat DEM 50 war für unsere Anforderungen eine Nummer zu klein“, erklärt der Prokurist und technische Leiter, Klaus Weigel.

Verlängert werden kann bei dem Cat DEM 70 der Ausleger um weitere drei oder fünf Meter – das Abbruchunternehmen hat sich für die Drei-Meter-Variante entschieden. „Somit ist immer noch eine gute Tragfähigkeit gewährleistet“, ergänzt Weigel. Wichtig war, dass die bisherigen Anbaugeräte weiter genutzt werden können. Hinzu kommt eine neue Abbruchschere VT50, die 2011 ebenfalls angeschafft wurde. Sie lässt sich beim neuen Cat DEM 70 genauso schnell tauschen und kam bei einem unserer Auftraggeber, der Firma Bayer, so gut an, dass sie dies gleich zur Voraussetzung in einer weiteren Ausschreibung machte“, berichtet Dagmar Caruso.

Für den Bayer-Konzern in Leverkusen entkernte das Abbruchunternehmen die 123 Meter hohe ehemalige Firmenzentrale – einen Stahlskelettbau – vollständig. Dies bedeutete den größten Auftrag in der Firmengeschichte mit 10 000 Tonnen Abbruchmaterial und zwei Jahren Arbeit. Bevor der neue Abbruchbagger Cat DEM 70 die Arbeit aufnahm, gab es für alle Fahrer Schulungen in der Zeppelin Niederlassung Leipzig. „Auf geschulte Mitarbeiter legen wir großen Wert, vor allem dann, wenn wir ein neues Produkt einsetzen. Uns geht es darum, dass nicht nur ein oder zwei Fahrer mit der neuen Maschinentechnik umgehen können, sondern auch der Rest der Mannschaft weiterqualifiziert wird. Oberste Prämisse hat dabei die Sicherheit unseres Personals, denn die Arbeiten im Abbruch sind nicht immer ungefährlich. Mitarbeiter müssen mögliche Gefahren rechtzeitig erkennen. Unfälle wollen wir unter allen Umständen vermeiden.

Mehr lesen Sie in ABZ 2/2012.

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