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„Seit der Gründung vor vier Jahren haben wir uns deutlich nach vorne entwickelt”, berichtet der kaufmännische Leiter Mathias Lentfer. Der Betrieb konnte sich im Konzern sozusagen als Kompetenzzentrum für die Aufarbeitung etablieren.
Heute sind hier 65 Mitarbeiter beschäftigt, davon 50 in der Produktion. Hervorgegangen ist das Werk aus dem Vertriebszentrum des Herstellers, das an diesem Standort seit Anfang der 90er Jahre seinen Sitz hatte. Mittlerweile residiert der Vertrieb in einem anderen Gebäude einen Steinwurf entfernt.
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In der Aufarbeitung von
Staplern steckt sehr viel
Handarbeit. |
Letztlich habe die große Anzahl an Rückläufern aus Finanzdienstleistungsverträgen und die Nachfrage nach Top-Gebrauchtstaplern den Aufbau einer industriellen Fertigung notwendig gemacht. Der Unternehmenszweig besitzt nach Einschätzung des kaufmännischen Leiters großes Potenzial. Viele Firmen könnten mit einem Gebrauchten eine Menge Geld sparen: „Denn nicht für jeden Einsatzzweck muss es ein Neuer sein.” Obwohl die Fahrzeuge bei ihren Erstbesitzern bereits Einiges leisten, sehen sie aufgrund der Aufarbeitung nicht nur optisch neu aus, sondern sind auch technisch auf einem neuwertigem Stand. Alles in allem beträgt die Durchlaufzeit der aufzuarbeitenden verbrennungs- oder elektromotorischen Stapler im Werk rund drei Wochen - die Transportzeiten bereits eingerechnet. Der standardisierte Ablauf beginnt damit, dass eine Spedition die Maschinen von den Jungheinrich-Vertriebseinheiten oder Geschäftspartnern abholt: „Der Abtransport erfolgt durchschnittlich innerhalb von 48 Stunden, und zwar europaweit.”
In Klipphausen angekommen, umfasst die Aufarbeitungsprozedur, die als flexible Linienfertigung organisiert ist, sechs Schritte. Zunächst unterziehen die Mitarbeiter den Stapler einem Eingangscheck: Sie bestellen Ersatzteile und tauschen alle sicherheitsrelevanten Teile wie Hydraulikschläuche, Ketten und Bremsen ohne weitere Prüfung aus. „Das machen die Kollegen hier automatisch. Wir wollen keinerlei Risiko eingehen”, erklärt Lentfer.
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Alles in allem beträgt die
Durchlaufzeit der verbren-
nungs- oder elektromoto-
rischen Stapler im Werk
rund drei Wochen – die
Transportzeiten bereits
eingerechnet. |
Im nächsten Schritt werden der Stapler zerlegt, die Betriebsstoffe entsorgt und die Komponenten gereinigt. Die Experten entscheiden, ob weitere Teile auszutauschen sind. Geachtet wird auf vieles: „Für die Wäsche sind speziell geschulte Kollegen zuständig. Denn wer diesen Arbeitsgang nicht richtig beherrscht, kann mit dem hohen Wasserdruck auch einigen Schaden anrichten.”
Als Spezialität des Gebrauchtgeräte-Zentrums gilt die anschließende Demontage und Aufarbeitung des Hubgerüsts: „Es handelt sich um eine sehr zeitaufwändige, komplizierte Angelegenheit. Je nach Zustand muss man allein für den Mast bis zu 20 Arbeitsstunden veranschlagen. Praktisch immer tauschen wir Ketten, Lager und Hydraulikschläuche aus. Eine vergleichbare Leistung bietet kein Mitbewerber.” Allein an diesem Beispiel könne man erkennen, dass die Mannschaft sehr detailverliebt sei: „Bei uns steckt viel Herzblut drin.”
Im eigens eingerichteten Metallbau richten die Mitarbeiter Rahmen, kürzen Gabeln oder verlängern Lastteile. Es folgen das Spachteln, Schleifen und Lackieren: „Qualität und Optik unserer Nasslackierung sind mit der aus der Kfz-Industrie vergleichbar.”
Hier verwandeln sich die einstmals „hässlichen Entlein” endgültig in - bei Jungheinrich allerdings gelbe - „Schwäne”: „Selbst Fachleute können einen hier aufgearbeiteten Stapler kaum von einem Neugerät unterscheiden”, meint Jan Kaulfuhs-Berger, Referent Fachpresse beim Hersteller.
Die letzte Hürde bildet die Endkontrolle samt Funktionstest mit Nennlast. Ist alles so, wie es sein soll, bekommt das Gerät ein Sicherheitszertifikat, und ab geht es in den Versand. „Der UVV-Stempel bescheinigt allen Produkten, die unsere Hallen verlassen, Premiumqualität”, führt Lentfer aus.
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